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Was ist Tetrahydrocannabinol und wie Wirkt THC?

Delta-9 Tetrahydrocannabinol (9 -THC), das gelegentlich auch als Delta-1-THC bezeichnet wird, ist der quantitativ und qualitativ wichtigste psychotrope Inhaltsstoff von Cannabisprodukten. Die chemische Struktur von THC wurde 1964 von Mechoulam und Gaoni von der hebräischen Universität in Jerusalem entschlüsselt:

Tetrahydrocannabinol

Delta-9-THC gehört zu den Cannabinoide. Cannabinoide sind organische Verbindungen mit im Allgemeinen 21 Kohlenstoffatomen, von denen heute mindestens 63 bekannt sind. Die Cannabinoide stellen die pharmakologisch bedeutsamsten Cannabisinhaltsstoffe dar. Es lassen sich in Abhängigkeit von der chemischen Grundstruktur 10 verschiedene Typen unterscheiden. Der wichtigste Typ ist wie bereits erwähnt, der Delta-9-THC- Typ. Geringere psychoaktive Wirkung haben Cannabidiol, Cannabinol, Cannabigerol und Cannabichromen. Cannabidiol, das quantitativ zweitwichtigste pflanzliche Cannabinoid, wirkt den psychotropen Wirkungen des THC sogar entgegen. Es hat sedierende sowie antiepileptische Eigenschaften und soll die schmerzhemmende Wirkung von THC verstärken. Zudem normalisiert es Fehlspannungen der Muskulatur (antidystonischer Effekt). Die Cannabinoidkonzentration weist bei verschiedenen Subtypen der Pflanze erhebliche Unterschiede auf.

 

Wirkung von THC

THC ähnelt in seiner Tertiärstruktur dem Anand-Amid, und wirkt deshalb im Gehirn auf spezifische NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren) von Hirnrinde, Hippocampus, Hypothalamus und Kleinhirn ein. Das Kleinhirn und die Basalganglien sind an einer Reihe motorischer Abläufe beteiligt, während der Hippocampus das räumliche Vorstellungsvermögen, den Orientierungssinn und allgemein Gedächtnis- und Lernprozesse steuert. Diese Veränderung der Hippocampus Funktionen erklärt, warum starke Cannabisraucher im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse bei Lern- und Gedächtnistests erzielen. Unter Cannabiseinfluss verändern sich anscheinend auch die Funktionen des endokrinen Systems (Drüsensystem). Untersuchungen haben ergeben, dass der Konsum von THC die Produktion von Endorphin hemmt; es kommt zu Stimmungslosig- und Gleichgültigkeit. Eine Schwächung der Immunantwort wird angenommen, muss aber noch nachgewiesen werden. Bei Personen mit psychischen Störungen kann der Gebrauch von Cannabisprodukten die Krankheitsmerkmale verstärken. Schäden an Erbsubstanz und Roten Blutkörperchen durch THC werden zwar beschrieben, gelten aber als wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Weiter haben Cannaboide einen direkten Effekt auf die Schmerzlinderung im zentralen und peripheren Nervensystem. Sie blockieren sowohl die Schmerzleitung als auch die Hyperaktivität spinaler Neuronen.

 

 
Im Gegensatz zu Alkohol ist für Cannabis bzw. den Wirkstoff THC keine tödliche Dosis bekannt. Das physische Abhängigkeitspotential von THC wird als gering eingestuft. Ein weiterer negativer Aspekt von THC ist, dass es sich im Laufe der Zeit im Fettgewebe des Körpers ansammelt. Delta-9-THC wird einigen Stunden nach der Einnahme vom Körper metabolisiert, das heißt in diesem Fall in inaktive Substanzen umgewandelt. Zwei der THC-Metaboliten, nämlich 11-Hydroxy-Tetrahydrocannabinol und 11-nor-9-Carboxy-Delta-9- Tetrahydrocannabinol, die auch als THC bezeichnet werden, jedoch keinerlei psychoaktive Wirkung haben, werden für bis zu sieben Tage im Fettgewebe des Körpers abgelagert. Regelmässige Kiffer werden das THC nicht mehr los. Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen dieser THC-Ansammlung sind noch weitgehend unbekannt. Die psychischen Wirkungen treten ab 0,1mg/kg delta9THC auf. Regelmäßig beschrieben wird die sedierende (beruhigend/einschläfernde) Wirkung, milde Euphorie, Entspannung, Abrücken vom Alltagsstreß, aber auch von ängstlicher Unruhe und dsyphorische Verstimmung. Die Sinne werden intensiviert; Farben erscheinen leuchtender und intensiver; das Zeitgefühl wird stark beeinflusst, die Zeit wird oftmals als stark gedehnt empfunden.